Niersverband
Beratung und Konzeption
Strategische Analyse zur Modernisierung der Kläranlage Nette: Kommunikationskonzept für ein Innovationsprojekt
Aufgabe
Die Kläranlage Nette, deren technische Basis aus dem Jahr 1955 stammt, stieß trotz Einhaltung gesetzlicher Normen an ihre baulichen und kapazitiven Grenzen. Das Vorhaben des Niersverbandes, die Anlage zu einer der modernsten Deutschlands zu transformieren, inklusive einer vierten Reinigungsstufe gegen Mikroplastik und Keime, erforderte ein frühzeitiges kommunikatives Risiko-Assessment. Die Herausforderung bestand darin, dieses mehrjährige Großbauprojekt im laufenden Betrieb und in ökologisch sensibler Nachbarschaft zu den Netteseen strategisch vorzubereiten. Analysen identifizierten insbesondere den Baustellenverkehr und potenzielle Lärmemissionen als kritische Faktoren, die kritischen Stakeholdern Angriffsflächen boten. Die Aufgabe für die Beratung lag darin, ein verständliches Zukunftsnarrativ für die komplexe Verfahrenstechnik zu entwickeln und Reputationsrisiken zu minimieren.
Umsetzung
DIE PR-BERATER erarbeiteten eine Kommunikationsanalyse und darauf aufbauende Handlungsempfehlungen, die konsequent auf Transparenz und Information setzen. Die Strategie definierte den direkten ökologischen Mehrwert für die Region als zentralen Anker der Argumentation: Durch die gezielte Aufbereitung technischer Fakten wurde aufgezeigt, wie die neue Anlage die Netteseen durch die nahezu vollständige Entfernung von Spurenstoffen schützt. Zur Deeskalation antizipierter Konflikte empfahl das Konzept einen proaktiven Dialog mit den Anwohnern, flankiert durch ein strukturiertes FAQ-System und regelmäßige operative Updates zum Baufortschritt.
Die konzipierte Positionierung zum integrierten Forschungsprojekt (15 Millionen Euro Landesförderung) zielte darauf ab, den Niersverband als Innovationstreiber zu festigen. Durch die strategische Verknüpfung von Versorgungssicherheit und Umweltschutz wurde die Grundlage geschaffen, die Modernisierung nicht als bauliche Belastung, sondern als wertvollen Fortschritt für die lokale Lebensqualität zu verankern. Die Empfehlungen positionieren die Kläranlage Nette bereits in der Planungsphase als wegweisendes Leuchtturmprojekt für modernen Gewässerschutz.
Strategische Krisenkommunikation im Bresgespark: Vom kanalisierten Fluss zur klimaresilienten Auenlandschaft
Aufgabe
Die Renaturierung der Niers im Mönchengladbacher Bresgespark stellte den Niersverband vor eine komplexe kommunikative Herausforderung. Ziel war es, einen 1,1 Kilometer langen, kanalisierten Gewässerabschnitt gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie ökologisch umzugestalten. Dieses Vorhaben stieß jedoch auf starken Widerstand durch kritische Stakeholder. Emotionale Debatten über den Verlust vertrauter Parkstrukturen, den Rückbau einer Teichanlage und insbesondere die notwendige Rodung eines alten Pappelbestands prägten die öffentliche Wahrnehmung. Es bestand das akute Risiko, dass der lokale Protest die Akzeptanz für den gesamten „Masterplan Niersgebiet“ untergräbt und die Reputation des Verbandes nachhaltig schädigt. Die zentrale Aufgabe bestand darin, die drohende Eskalation abzuwenden und den Fokus von den landschaftlichen Eingriffen auf den langfristigen gesellschaftlichen Nutzen zu lenken.
Umsetzung
DIE PR-BERATER begleiteten das Projekt mit einer Strategie der konsequenten Versachlichung. Durch die Entwicklung der Storyline „Grüne Aue statt Beton“ wurde ein Narrativ etabliert, das die ökologische Aufwertung und die urbane Sicherheit ins Zentrum rückte. Ein engmaschiges Monitoring ermöglichte es, auf emotionale Vorbehalte der Stakeholder präventiv zu reagieren. Dabei wurden die Fällungen windbruchgefährdeter Pappeln als notwendiger Schritt zur Entwicklung eines standorttypischen, klimaresilienten Auwaldes kommuniziert. Ein transparentes Bautagebuch und gezielte Bürgerinformationen vor Ort dienten als Deeskalationsinstrumente, um die baubedingten Einschränkungen sachlich einzuordnen.
Der Erfolg der Kommunikationsstrategie bestätigte sich nach der Fertigstellung im April 2024, durch die der Flusslauf auf 3,7 Kilometer verlängert wurde. Die entscheidende Belastungsprobe folgte im September 2025: Ein extremes Starkregenereignis flutete die neu geschaffenen Rückhalteflächen, die hunderttausende Kubikmeter Wasser aufnahmen und so eine Überflutung des Mönchengladbacher Stadtgebiets effektiv verhinderten. Dieser reale Beweis für die Schutzfunktion wandelte die anfängliche Kritik endgültig in breite Akzeptanz um. Der Bresgespark fungiert heute als zukunftssicheres Vorzeigeprojekt für urbane Klimaresilienz, das ökologische Vielfalt mit einem belastbaren Hochwasserschutz vereint.