Zwischen Klang, Poesie und Geschichten – ein persischer Abend in der AACHENER EINS EINS 4
Persische Dichtkunst, filigrane Klänge und eine große Portion Charme: Das letzte Wohnzimmerkonzert wurde zu einer musikalischen Reise in eine andere Welt. Maryam Akhondy und Esmaeil Pirhadi luden ein – und das Publikum erlebte einen Abend, der Musik, Geschichten und Kultur kunstvoll miteinander verwob.
Im Zentrum standen die Gedichte von Hafez, einem der bekanntesten persischen Dichter und Mystiker, geboren um 1315 oder 1325 in Schiras, Iran. Maryam Akhondy hat seine Verse in kunstvolle eigene Kompositionen verwandelt und wählte dabei ihre Lieder und Gedichte je nach Anlass und sogar nach Tageszeit aus. Denn jeder Text verlangt nach einem passenden musikalischen Ausdruck – und so entscheidet sie sich jedes Mal für einen anderen Modus der persischen Musik. Im Iran gibt es zwölf Tonarten, die sogenannten Modi, bestehend aus sieben Hauptmodi und fünf Untermodi, die eine ganz eigene Klangwelt eröffnen.
Zwischen den Stücken übersetzte Maryam Akhondy die poetischen Texte ins Deutsche und füllte den Raum dabei nicht nur mit Musik, sondern auch mit Humor und spannenden Einblicken in das Leben und Denken des großen Dichters. Besonders augenzwinkernd blieb ihr persönliches Lebensmotto hängen: „Wenn du ins Paradies möchtest, dann komm‘ mit mir in den Weinkeller.“
Musikalisch schlugen die beiden Künstler eine Brücke zwischen Orient und Okzident. Esmaeil Pirhadi, der im Iran Musik studiert und dort eine Musikhochschule geleitet hat, spielte virtuos die Setar, eine traditionelle persische Langhalslaute, deren zarter Klang das Publikum in seinen Bann zog. Maryam Akhondy, die abwechselnd auf einer Handtrommel oder einer Bechertrommel spielte – früher mit Tierfell bespannt, heute meist aus Kunststoff – führte temperamentvoll durch den Abend und ließ zwischen den Liedern immer wieder persönliche Geschichten einfließen.
Ein Abend voller musikalischer Poesie, virtuoser Instrumentalkunst und Geschichten, die weit über Ländergrenzen hinaus verbinden. Wer dabei war, nahm nicht nur die Klänge mit nach Hause, sondern auch ein Stück Orient im Herzen.