Von Besenstrichen und Beats – ein gelungener Auftakt mit Ben Post
Die Vernissage von Ben Post in der AACHENER EINS EINS 4 war alles andere als statisch – sie war voller Energie, Bewegung und Geschichten. Wer seine Bilder betrachtet, spürt sofort: Hier geht es um Rhythmus, Freiheit und die Lust, sich immer wieder neu zu erfinden.
Ben Post malt nicht nur mit Pinseln, sondern auch mit Besen – ein ungewöhnliches Werkzeug, dessen Geschichte mit dem Besuch eines Malerbedarfs begann und in einem simplen Baumarktbesuch endete. Heute sammelt er Besen wie andere Pinsel und nutzt sie, um Farbe in Schwüngen, Flächen und Strukturen auf die Leinwand zu bringen. Das Ergebnis: Malerei, die fast wie eine Collage wirkt und im Wechselspiel von Grau und Knallfarben, Ruhe und Dynamik ständig neue Details offenbart.
Etwa die Hälfte seiner Werke übersteht den Prozess nicht – nur was ihn wirklich überzeugt, bleibt bestehen. Diese Strenge mit sich selbst öffnet Raum für Weiterentwicklung: Seine aktuellen Arbeiten sind reduzierter, direkter, und zeigen einmal mehr, dass er künstlerisch in Bewegung bleibt.
Auch die Vernissage selbst war ein Spiel mit Bewegung und Begegnung. Ein humorvoller Moment: das kleine Spiel „Was bin ich?“, bei dem Ben die Geste zeigen sollte, die er in seinem Atelier am häufigsten macht – seinen Hund Fred streicheln, treuer Begleiter in Atelier und Galerie. Für die musikalische Kulisse sorgte das Kölner DJ-Duo SEL/TEN, das mit Vinyls den passenden Soundtrack zum Abend lieferte.
Im November geht es weiter: Zur Midissage werden die Werke ausgetauscht – ein neues Kapitel in einer Ausstellung, die, ganz wie Ben Post selbst, niemals stillsteht.