Neues Contergan-Infoportal: Mehr Mensch, weniger Organisation
Als DIE PR-BERATER Anfang 2026 den Etat der Conterganstiftung nach einem EU-weiten Vergabeverfahren gewonnen haben, war das Ziel klar definiert: strategische Weiterentwicklung des Contergan-Infoportals, redaktionelle und technische Betreuung plus begleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wenige Monate nach dem Start ist das erste sichtbare Ergebnis online.
Aber der Reihe nach.
Positionierung vor Pixel
In gemeinsamen Workshops haben wir mit der Stiftung zunächst die Grundfragen geklärt: Wen erreicht das Portal heute – und wen sollte es (noch besser) erreichen? Wonach suchen Menschen mit Conterganschädigung, ihre Angehörigen, die interessierte Öffentlichkeit? Und was davon findet sich bisher nicht, nicht schnell genug oder nicht verständlich genug? Aus diesen Antworten entstand eine neue Positionierung – und erst auf deren Basis das überarbeitete Portal.
„Ein Portal für Menschen mit Conterganschädigung muss aus Sicht der Betroffenen konzipiert werden. Die Strukturen der Organisation sind zweitranging. Das war der Ausgangspunkt für alles, was danach kam", sagt Projektleiter Guido Balke.
Was jetzt anders ist
Struktur und Sprache orientieren sich an den Lebenssituationen der Nutzerinnen und Nutzer, nicht an internen Organisationslogiken. Informationen zu Gesundheit, Recht, Finanzen, Wohnen und Alltag sind schneller auffindbar. Die Texte sind zugänglich, ohne vereinfachend zu sein. Das Design ist hell und einladend, denn ein Portal, das Menschen mit massiven körperlichen Einschränkungen begleitet, sollte nicht wie ein Behördenformular aussehen.
Das Portal ist außerdem so aufgebaut, dass Inhalte sowohl in Suchmaschinen als auch in KI-gestützten Recherchewerkzeugen zuverlässig ausgespielt werden. Strukturierte Inhalte und FAQ-Formate sorgen dafür, dass die Stiftung auch dort gefunden wird, wo heute immer mehr Menschen ihre ersten Fragen stellen.
Erinnerung als Auftrag
Der Conterganskandal ist der größte Pharmaskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Rund zehntausend Kinder wurden durch das Schlafmittel Contergan schwer geschädigt – viele von ihnen leben bis heute mit den Folgen. Je mehr zeitlicher Abstand entsteht, desto größer wird die Gefahr, dass das öffentliche Bewusstsein dafür schwindet.
Das neue Portal setzt deshalb bewusst auf Erinnerungskultur. In Porträts und Interviews kommen Menschen mit Conterganschädigung selbst zu Wort: mit ihren Geschichten, ihren Erfahrungen, ihrem Alltag. So entsteht nach und nach ein Raum, der ein besonderes Thema verständlich transportiert und gleichzeitig die Erinnerung wach hält.
Eine lebendige Infrastruktur
Das Portal ist kein abgeschlossenes Projekt. Menschen mit Conterganschädigung werden älter; ihre Bedarfe in Pflege, Wohnen und psychosozialer Begleitung verändern sich. Das Portal ist darauf ausgelegt, diese Entwicklungen aufzunehmen und so auch in Zukunft die Umsetzung des Stiftungsauftrags zu unterstützten.